43 Gangtok

Oktober 29, 2014 at 1:32 pm (Indien&Nepal)

Nach gutem Frühstück in Kalimpong suchte ich mir einen Jeep nach Rangpo an der Grenze zu Sikkim. Die Fahrt führte tief hinab ins Tal des grünen Teestaflusses und folgte diesem stromaufwärts. In Rangpo erhielt ich nach kurzem Warten von freundlichen Beamten mein Sikkim permit (ein unhandlicher Zettel, größer als A4 und einen Stempel in den Pass. In jedem Hotel sei hier beides vorzuweisen.) Durch enge, grüne Täler, die sehr an  Tirol erinnern, erreichte ich mit dem nächsten Jeep Gangtok, die dreißig tausend Einwohner große Hauptstadt Sikkims.

Es ist verblüffend. Hier in diesem entlegenen Winkel Indiens, diesem vom Westen historisch nahezu unberührten Bergland, eingezwängt zwischen Nepal, Tibet und Buthan, finde ich den europäischsten Fleck Indiens, den ich bisher gesehen habe.
Mit seiner breiten, gepflasterten  Fußgängerzone (auf der sogar Rauchverbot herrscht), seinen modernen Läden und Restaurants, seiner Straßenbeleuchtung, seinen Brunnen und den aufwändigen
Fußgängerübergängen erinnert Gangtok stark an Europa. Man ist Jahrhunderte entfernt vom Chaos Delhis. Die nebligen grünen Täler ringsum tragen das ihrige dazu bei, dass ich mich hier ein bisschen heimisch fühle.

Nach köstlichen Momos im Tibet House blieb noch ein bisschen Zeit für Erkundungen. Ich stieg hinab zum Namgyal Institut für Tibetologie. Dieses tempelartige Museum zeigt bis zu eintausend Jahre alte Schätze des tibetischen Vajrayana Buddhismus. Vor allem die Schriftrollen, sowie die aus menschlichem Schädel gefertigten Trinkgefäße sind sehenswert. Die meisten anderen Museumsbesucher trugen buddhistische Mönchsgewänder. Nach dem Besuch einer anbeiliegenden Chorten, begab ich mich zur nahen Seilbahn, die in zwei großen Gondeln Besucher hinauf auf die Hügelkante nahe Gangtoks Zentrum führt. An der Kassa stellte ich fest, dass der Sinn der Seilbahn nicht im Transport von A nach B, sondern allein  im Genuss der Aussicht besteht. Es gibt nämlich kein one-way ticket. Man fährt hinauf und gleich wieder herunter. Der Mann an der Kassa war nicht sehr diskussionsfreudig. Also zahlte ich eben mein return-Ticket, stieg oben als einziger aus und war binnen weniger Minuten wieder in der Altstadt. Erwähnenswert ist natürlich auch die schöne Aussicht von der Gondel auf das in die steile Hügelflanke gebaute Gangtok und die nebligen Täler.
Es wurde kälter. Regen kam. Ich flüchtete mich zu Kaffee und apple crumble und verbrachte noch einen
angenehmen Abend.

Nach südindischen Abendessen studierte ich noch die zahlreichen Poster, die am Eingang der Fußgängerzone anlässlich der „sanitation and zero waste awareness week “ auf die vielen Möglichkeiten, Indien sauberer zu machen, hinweisen. Wie es scheint, wird in Sikkim schon viel getan. Einige Gemeinden sind plastikfrei geworden. Restaurants ist der Gebrauch von Wegwerftellern und -besteck verboten. Sehr vorbildlich

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