48 Fireflies

November 6, 2014 at 9:44 am (Indien&Nepal)

Über den lichten Teil des Tages lässt sich nicht viel sagen. Der Sonnenaufgang war der Wolken wegen äußerst unspektakulär, die Zeit hernach geprägt vom langen Warten auf den rechten Jeep und die lange Fahrt nach zum See von Khecheopalri.

Die Dämmerung war schon weit fortgeschritten als ich dort ankam. Froh, die nächsten drei Tage keinen Jeep mehr betreten zu müssen, stieg ich aus. Nur wenige Häuser stehen am Ufer. Ein Schild zeigte mir den Waldweg. Zwanzig Minuten aufwärts durch steiles Gelände und ich würde bei der gewählten Unterkunft sein. Ich benötigte aber vierzig Minuten. Nicht weil es steil oder anstrengend war, sondern weil es so schön war. Oft blieb ich stehen.

Man geht viel zu selten nachts im Wald spazieren. Man vergisst, wie schön es ist. Vor allem hier, wo hunderte Gluhwürmchen elfenhaft durch die Dunkelheit schweben und den nächtlichen Wald mit hellgrünen Sternschnuppen schmücken. Ewig hab ich nicht mehr so viele Glühwürmchen gesehen, vielleicht noch nie. Dazu die Geräusche des Waldes. Ein Knistern und Rascheln im Geäst. Etwas Großes kreuzt unweit den Pfad. Der Mond erscheint. Weit unterhalb leuchtet der See.

Schließlich erreichte ich ein kleines Plateau mit einer Handvoll kleiner Häuser der hiesigen Bauern. Der Strom war eben ausgefallen. Nur Kerzen erleuchteten die Häuser. Schnell fand ich Sonam’s Homestay. Sonam und seine Familie begrüßten mich freundlich, vor allem die Kinder. Eine winzige, von Kerzen erleuchtete Welt. Man zeigte mir ein Zimmer, das ich mit Kerze erkundete. Einfach, doch gemütlich. Nach einer guten Tasse Tee mit Sonam und seinen Kindern, aß ich bald ein reichliches Thali mit den drei anderen Gästen.

Ein französisch-marrokanisches Pärchen ist schon dreiundzwanzig Tage lang hier, ein Deutscher zum vierten Mal in fünf Jahren. Dies sind neben mir die einzigen Gäste. Für sechs Euro am Tag gibt es bei Sonam Unterkunft, Tee und Wasser soviel man will und drei reichliche Mahlzeiten. Die Umgebung ist ein abgeschiedenes Wunderland mit Höhlen, Wäldern, Gompas, Aussicht auf die Achttausender und einem See. Viel davon hab ich noch nicht gesehen, erst Schimmer im Schein von Mond und Glühwürmchen.

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