49 Khecheopalri

November 6, 2014 at 9:47 am (Indien&Nepal)

Ich erwachte, als kurz vor Sonnenaufgang die Hähne krähten. Der Tag begann mit zwei guten Tassen Tee, einer Stunde Mahabarata-Lektüre in der Hängematte, wunderbarer Sicht auf Pandim und andere Gipfel des Khangchengdzongamassivs, sowie gutem Frühstück. Gegen acht Uhr brach ich auf, die nahe Höhle zu erklimmen. Der Weg führte mich vorbei an beschaulichen Bauernhäusern, an Ziegen und Zäunen, Kühen und Gebetsfahnen. Schließlich ging es eine Stunde lang steil hinauf. Obwohl ich den falschen Weg wählte und teilweise durch dichten Wald aufwärts kletterte, erreichte ich die Höhle früh genug, um rechtzeitig zum Mittagessen wieder bei Sonam zu sein.
Rund um die Höhle steht ein Wald aus Gebetsfahnen. In einer kleinen Hütte oberhalb der Höhle haust ein Einsiedler. Die Höhle selbst ist winzig, weist aber sehr alte Figuren im Stein auf. Das schönste an diesem Ort ist die Aussicht. Man sieht weit über die Hügel hinweg nach Pelling und Yuksam. Weit unterhalb glitzert der See von Khecheopalri mit dem kleinen Dorf darüber, wo Sonams Hütte liegt.
Mittags war ich wieder dort, las in der Hängematte und wurde gelegentlich von den Kindern entertaint bzw. gestört. Ein Riesen-Marienkäfer setze sich auf meine Hand und flog nach kurzer Rast davon. Nur etwa vierzig Gehsekunden von Sonams Hütte entfernt stößt man übrigens an eine Stupa mit angrenzender Gompa. Ein paar Mönche verkehren dort. Die Stupa erinnert ein bisschen an Swayambhunath.

Am späteren Nachmittag stieg ich hinab zum See, welcher aus der Nähe betrachtet erstaunlich unspektakulär aber dafür sehr „heilig“ ist. Ein kleiner hölzerner Steg führt flankiert von Gebetsmühlen ein Stück ins Wasser hinaus. Als wäre der Steg ein Tempel, muss man sich die Schuhe ausziehen, um ihn betreten zu dürfen.

Abends, nach neuerlichem Aufstieg durch den Glühwürmchenwald, fand ich bei Sonam drei neue Gäste vor. Ein Israeli, eine Britin und eine Oberösterreicherin hatten sich vor ein paar Tagen in Darjeeling getroffen und waren seitdem gemeinsam unterwegs. Wir verbrachten den Abend bei einem sehr kurzweiligen Kartenspiel namens Mao Tsetung, das ich in guter Erinnerung behalten werde. You never ever talk about the rules.

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