91 Madhya Pradesh

Dezember 18, 2014 at 4:14 pm (Indien&Nepal)

Es gibt gewiss Spannenderes, als den ganzen Tag lang in vollen Bussen durch den regnerischen Nordosten von Maharashtra und den trockeneren Südosten von Madhya Pradesh zu fahren. Mit Mietauto hätte die Strecke des Tages wohl mehr Spaß gemacht.

Immerhin habe ich es geschafft auf dieser Reise nur zwei volle Tage in Bussen zubringen zu müssen. Der erste davon war vor einer gefühlten Ewigkeit, als ich im Süden Nepals von Janakpur nach Ilam reiste.  Der zweite war heute.

Mein Zug erreichte das recht uninteressante Nagpur im Morgengrauen. Mit etwas Mühe fand ich einen Bus nach Norden. Schon in den letzten Tagen war mir aufgefallen, dass die Englischkenntnisse der Leute wesentlich schlechter sind, als im Süden. Nun in Nagpur, und noch mehr in Madhy Pradesch, wurde die Kommunikation noch schwieriger. Nicht einmal einer von zehn spricht hier noch Englisch. Straßenschilder und Buspläne in lateinischen Buchstaben gibt es selten bis kaum. Hindi dominiert.

Der erste Bus des Tages brachte mich von Nagpur über die Grenze des Bundesstaates Madhya Pradesh bis nach Seoni. Ich war überrascht über  die guten Straßen, ähnlich einer europäischen Autobahn. Von Seoni aus setzte ich die Fahrt auf der Landstraße nach Nordosten in einem fürchterlich überfüllten, fürchterlich langsamen Bus fort. Das Ziel war Mandla. Eintönige Landschaft und kleine Dörfer glitten vor dem Fenster vorbei. Neben dem Motorenlärm und den lautstarken Fahrgästen wird man in den meisten Bussen hier auch ständig mit der Lieblingsmusik des Busfahrers beschallt. In der Nähe der Lautsprecher ist diese besonders unerträglich. Wenn einem dann noch zusätzlich ein schreiendes Kleinkind gegenüber sitzt, wird es so richtig anstrengend.

Dreißig Kilometer vor Mandla konnte ich in einen anderen Bus wechseln, der direkt zum Kanha National Park fuhr, dem Ziel dieses Tages. Bei hereinbrechender Dunkelheit und einmal mehr lauter Musik rasten wir auf der nun einspurige Straße nach Osten. Der Bus setzte mich in einem Dorf vier Kilometer vor Khatiya Gate, dem Eingang zum Nationalparks ab. In dessen Nähe befand sich auch das Hotel meiner Wahl. Nach einem langen Tag des Eingezwängtseins in engen Bussen hätte ich die verbleibende Strecke gerne zu Fuß  zurückgelegt. Die Dorfbewohner hielten mich aber davon ab und warnten vor Leoparden im dunklen Wald. Ein Imbisstandbesitzer rief den
Manager des Hotels an und dieser holte mich ab. Ein sehr freundlicher Typ mit sehr gutem Englisch.

Nach so einem Tag kommt man nur zu gern in einem Hotelzimmer an. Auch die Paneer-Gerichte im kleinen Hotel-Restaurant schmeckten hervorragend. Nur die Kälte machte mir zu schaffen. Mit Sonnenuntergang waren die Temperaturen weit unter zehn Grad gefallen. Ich hüllte mich in warme Decken und schlief lang und tief.

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