109 Jaipur III

Januar 6, 2015 at 9:08 am (Indien&Nepal)

Es kam mein dritter Tag in Jaipur. Nach einem gemütlichen Vormittag im Hotel ließ ich mich per Fahrrad-Riksha zum Statue-Circle in der Neustadt bringen. Das palastähnliche Gebäude daneben ist kein Palast, sondern ein „Center for Science and Technology“. Was ein bisschen beunruhigt ist, dass auf der Hinweistafel neben soliden Dingen wie Biomedizin auch auf den Forschungsbereich „remote sensing“ hingewiesen wird. Whatever that may be.

In der Nähe liegt Jaipurs großer Central Park. Hier wanderte ich eine Weile lang durchs Grün und wartete darauf, dass die Sonne doch noch zum Vorschein käme. Im Unterschied zu den letzten beiden Tagen tat sie es aber nicht. Der riesige Flaggenmast im Zentrum des Park erinnert an Connaught Place in New Delhi. Daneben steht eine moderne Skulptur aus Stein. Interessant waren vor allem Reichtum und Vielfalt der Vogelwelt im Park. Ich sah so manch schönes Flügelwesen von Baum zu Baum zu Wiese flattern.

Nach einem guten Thali, nahm ich ein Fahrradriksha nach Norden zum Fuß der Felswand, auf welcher die Burg von Nahargarh thront. Auch von hier aus hatten die Maharajas über Jaipur geherrscht. Ich stieg die vielen Serpentinen zum Verteidigungswall empor. In der Burg selbst gibt es einen kleinen Palast zu sehen, welcher schöne Torbögen und Wandmalereien aufweist. Von überall auf den Mauern hat man fantastische Aussicht auf das riesige Jaipur, das sich unter einem unheilvollen wolkenverhangenen Himmel bis zum Horizont erstreckte.

Am äußersten Ende des Verteidigungswalls gibt es ein nettes Restaurant mit Bar. Bei einem Glas Signature-Whisky stand ich lange auf dem Wachturm und blickte auf die Stadt hinab.

Hernach schritt ich allein auf weiter Flur noch etwa eine Stunde lang den äußeren Verteidigungswall entlang und erhaschte so manch schönen Blick in die Ferne. Es war ein schöner Spaziergang unter dunklen Wolken mit einem Hauch von Melancholie. Beim Weg zurück hinab nach Jaipur fiel mir auf, wie viele Drachen über der Stadt schwebten. Auf Hausdächern, in Straßen und auf Plätzen – überall ließen Kinder bunte Papierdrachen steigen. Hunderte bevölkerten den Himmel in der Abenddämmerung.

Mein Rikshafahrer, der zuverlässig und kostenlos auf mich gewartet hatte, brachte mich zurück in die Nähe meines Hotels. Nach gutem Abendmahl und ein paar Stunden im Internet brachte man mich zum Bahnhof, wo ich kurz nach Mitternacht in meinen Zug stieg. Das Ziel war die Wüstenstadt Jaisalmer am Rande der großen Thar-Wüste, der westlichste Punkt dieser Reise.

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